Wie kommt die Musik in den Menschen?


Ich hatte das große Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Musik eine wichtige Rolle spielt.
Mein Großvater spielte viele Instrumente, war als Songwriter und Bandleader aktiv. Meine Onkel und meine Mutter (auf dem Bild in der Mitte) spielten in dieser Band und lernten alle mehrere Instrumente. Auf der Seite meines Vaters ist immerhin ein Onkel Profi-Musiker geworden und mein Vater hört ganz viel unterschiedliche Musik. Auch wenn er selbst kein Instrument spielt, ist er also der Musik sehr zugetan und hat sie bei seinen Kindern immer gefördert.

Nicht jedes Kind hat dieses Glück. Wenn die Eltern kein Instrument spielen, entwickelt sich auch bei den Kindern dieser Wunsch oft nicht. Eine Studie befragte 623 Absolventen von Musikhochschulen, was ihr Interesse an Musik geweckt hat (Mehrfachantworten möglich). 68,5 % der Befragten gaben die Eltern, 16,1 % die Geschwister und 6,9 % andere Verwandte als Grund dafür an. Das sind deutlich mehr als die Hälfte aller professionellen Musiker!

Ich treffe viele Menschen, die sich rückblickend wünschen, ein Instrument gelernt zu haben. Und diese Menschen sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Dass schon junge Leute mit Mitte 20 denken, es ist zu spät, macht mich immens traurig. Vor allem, wenn sie doch augenscheinlich eine große Leidenschaft für Musik aufbringen. Denn sie gehen gern in Konzerte, kaufen CDs, tauschen sich mit Freunden über coole Songs aus und ja – singen sogar unter der Dusche ihre Lieblingslieder.
Die Aussage „Ich bin unmusikalisch“, die ich auch oft zu hören bekomme, ist also – und ich entschuldige mich für meine Wortwahl – vollkommener Bullshit!

Es ist eben NICHT zu spät! Nicht für die, die Musik schon als Leidenschaft entdeckt haben, und auch nicht für die, die sich bislang nicht mit Musik beschäftigt haben.

Wenn mich jemand fragt, warum ich mich beruflich mit Musik beschäftigen möchte, warum ich Musik unterrichten möchte, warum ich mit Gruppen musikalisch arbeiten möchte – dann weiß ich: derjenige hat noch nie erlebt, wie Musik wirkt. Und das ist extrem schade! Denn Musik ist unglaublich mächtig, Musik hat Power, Musik macht etwas mit uns, mit unserem Gehirn und mit unserem Körper, Musik heilt, Musik hebt die Stimmung, und Musik schafft Gemeinschaft.

Mein Traum ist es, diese Prinzipien ALLEN näherzubringen. Allen, die sie bisher noch nicht erfahren haben und die den Mut nicht aufbringen, diese Erfahrung in ihr Leben zu lassen. Allen, die sich für Musik begeistern, aber das Selbst-Musizieren noch nicht für sich entdeckt haben. Allen, die schon musizieren, diese Wirkung kennen und die Potenziale von Musik noch mehr durchdringen oder auch musikalische Arbeit aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen wollen.

Kurz: Ich möchte die Musik in die Menschen bringen! Denn Musik ist ein Menschenrecht und Rhythmus ein Grundbedürfnis (mehr dazu in einem der nächsten Beiträge).

Deshalb habe ich die Groove-Werkstatt gegründet und hoffe, dass ich in Zukunft viele Menschen auf diesem Weg begleiten darf.

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